Samstag, 26. November 2011

Bad Weather, Bushwalk und Blutegel

Die nächsten Stunden und Tage hat uns das schlechte Wetter ziemlich eingeschränkt. Regen in Kiama beim „Blowhole“ und Leuchtturm, nasse Füße in Katoomba und Nebel in den Blue Mountains, sodass wir die „Three Sisters“ nicht sehen konnten. Der Ausblick war so schlecht, dass wir genauso gut in Ostfriesland auf dem Deich, in Sprockhövel oder sonst wo hätten stehen können ;-)

Gestern haben wir allerdings beschlossen, uns nicht länger von dem schlechten Wetter abhängig zu machen. „Es gibt kein schlechtes Wetter. Es gibt nur falsche Kleidung“ - wir hatten leider beides ;-)

Wir haben uns einfach einen Regenschirm geschnappt und beschlossen, durch die Blue Mountains zu wandern. Ich habe dafür ein legendäres FPS (Feet Protection System) eingeführt. Socke, Plastiktüte, Socke, Schuh. So werden die Schuhe zwar nass, aber die Füße bleiben trocken. Die Jungs haben sich über diesen „Schwachsinn“ ziemlich amüsiert, aber im Endeffekt war der Lacher auf meiner Seite…

3,5 Stunden sind wir mit völlig unpassender Kleidung durch Pfützen gelaufen, über rutschigen Waldboden, Laub und Matsch; über nasse Brücken, moosbewachsene Steine, Holzwege, Baumstämme und Treppen. In der einen Hand den Regenschirm, um mit der anderen Hand alle Sträucher und Büsche zur Seite zu schieben. Vorbei an Wasserfällen, hohen Bäumen, Farn, Felsvorsprüngen und Bächen. Durch den Regenwald, über Brücken und Steine. BEAUTIFUL und AMAZING trotz Regen - oder gerade deshalb! Regenwald-Feeling:100% ;-)



Am Ende sind wir dann den „Giant Stairway“ hochgelaufen. Der Weg hat seinen Namen verdient. Ich habe bei 846 Stufen aufgehört, zu zählen, weil wir vollkommen aus der Puste waren (das Schild sagt: „Over 900 steps“). Inzwischen habe ich den Muskelkater meines Lebens, aber es war es wert!

Eine Stunde vorher sind wir auf eine Gruppe anderer Wanderer getroffen, um uns nach dem besten Weg zu erkunden. Wir standen eine Weile dort und haben geredet. Dabei haben Holger und Steffen festgestellt, dass sich mehrere Blutegel an ihren Fußknöcheln festgesogen haben. Offensichtlich hatten diese auf unserem Weg durch den Wald genug Gelegenheit, um sich festzuheften und mit Blut vollzusaugen. SO ekelhaft, wenn man bedenkt, dass Blutegel ursprünglich so groß wie kleine Raupen sind und sich dann zu nacktschneckenähnlichen Tieren verwandeln, wenn sie eine Weile am Körper haften.

Zum Glück nicht mein Fuß!
Holger und Steffen hatten mehrere offene, blutige Stellen, nachdem sie die Blutegel abgelöst haben und es hat eine Weile gedauert, bis wir weitergehen konnten. Ich hatte auch einige auf meinen Schuhen; wusste aber nicht, ob auch welche in meine Schuhe gekrochen waren. Wir haben uns den Rest des Weges so geekelt und konnten es kaum abwarten, unsere gesamte Kleidung und insbesondere unsere Schuhe wegzuwerfen. Im Wohnwagen haben Holger und Steffen dann ihre Füße verbunden und festgestellt, dass sich noch weitere Blutegel in ihre Schuhe verirrt haben. Ich hingegen habe festgestellt, dass es kein einziger Blutegel geschafft hat, in meinen Schuh zu kriechen…und da haben wir es:

Hoch lebe mein FPS! :-)

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