Samstag, 5. Dezember 2015

Von Udu Walawe nach Haputale

„Guys…get up!“, scheucht uns der Inhaber des Resorts in Udu Walawe aus dem Bett.

Eigentlich wollten wir noch eine Nacht bleiben und haben uns nach der Safari wieder kurz schlafen gelegt, aber jetzt sind die Zimmer angeblich doch alle ausgebucht.

Tim, Ina und ich packen unsere Sachen während wir uns über unsere eigenen „Tuk-Tuk-Verschwörungstheorien“ amüsieren. Vielleicht ist es alles arrangiert, dass Tuktukfahrer Nr. 1 uns nachts in Udu Walawe zu einem Supermarkt fährt und nach einen Resort fragt, in dem rein zufälligerweise Tuktukfahrer Nr. 2 arbeitet. Tuktukfahrer Nr.2 hat natürlich zusätzlich zur „super cheap“ Unterkunft rein zufälligerweise noch eine „super cheap“ Jeep Safari und kann uns das anbieten, für das jeder Backpacker nach Udu Walawe kommt.

Rein zufälligerweise sind die „super cheap“ Zimmer dann an Tag 2 ausgebucht, obwohl weit und breit keine anderen Touristen in Sicht sind, damit sich das Ganze auch lohnt. Denn nur in Kombination mit der Safari ist das „super cheap“ Zimmer profitabel.

Verschwörungstheorie hin oder her – da wir keine zweite Safari wollen, müssen wir jetzt unerwartet doch gehen und da wir rein zufälligerweise mindestens eine halbe Stunde von der Hauptstraße entfernt sind, dürfen wir über das Resort ein Tuktuk buchen.

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Nehmen wir den Bus oder ein Tuktuk nach Haputale?, fragen wir uns auf der Fahrt zur Hauptstraße.

„What are the opportunity costs?“, lacht Ina.

Auch gestern wollten wir eigentlich den Bus nehmen und haben uns am Ende doch wieder für den netten kleinen Tuktukfahrer in seinem blaugestreiften Shirt entschieden.

Dann entdeckt Ina das Tuktukfahrer-Gästebuch, das unter der Plane am Dach des grünen Tuktuks eingeklemmt ist.

„Guck mal, Julia, er hat ein Gästebuch für sein Tuktuk. Cuuuuuuute!“, quiekt Ina.

„Wir MÜSSEN mitfahren und uns eintragen!“

Tim lacht.

Ok. Das ist wirklich ein guter Grund, sich wieder einmal gegen den Bus zu entscheiden und über nur 3000 Rupees (6,60 € pro Person) für 110 Kilometer können wir auch nicht meckern.

Vorbei an Teeplantagen, Palmen, Reisterrassen und Wiesen schlängeln wir uns langsam mit unserem Tuktuk, das wir liebevoll „Polly“ getauft haben und unserem Fahrer Malawi den Berg hoch.

Spielen aus Langeweile auf dem dreistündigen Weg alberne Spiele wie unser neuerfundenes Tuktuk-Bingo, halten unseren Fahrer mit Chocolate Cookies bei Laune und schauen Ina dabei zu, wie sie auf ihrem Handy Pokémon spielt.

Fahren irgendwann im Dunkeln durch Regen und Nebel am Abhang entlang, der nur mit einem schwarz-gelben Plastik-Baustellenband markiert ist durch Regen und Nebel.

Bis wir schließlich das kleine Gasthaus in Haputale erreichen.

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