Montag, 13. August 2012

Farmwork- Tag 1


Mir sind zwar noch keine Wassermelonen um die Ohren geflogen, dafuer aber boese Worte. "You have to be quicker! Let the machine do the washing, not you! You're fired if you don't do a better job tomorrow!"

"HILFE!", habe ich mir gedacht, als der Farmer dies am Ende meines ersten Arbeitstages zu mir sagte, als ich ihn fragte, ob ich am naechsten Tag arbeiten koenne. Gestern war ein beschissener Tag. Anders kann ich es leider nicht sagen. Ich hatte definitiv nicht viele schlechte Tage in Australien, aber dies war definitiv einer der schlechtesten, die ich hier erlebt habe. Ich habe nach der Mittagspause mit 2 Franzoesinnen (Carol und Laury) 7 Container Kuerbisse (Butternut pumpkins...mir faellt gerade kein deutsches Wort ein) gewaschen. Fliessbandarbeit. Einer waescht, einer sortiert die gewaschenen Kuerbisse nach Groesse und einer stellt sicher, dass es keinen Grund gibt, auch nur eine Sekunde zu pausieren, indem volle Kisten mit gewaschenen, sortierten Kuerbissen weggeschafft und ungewaschene Kuerbisse auf dem Fliessband landen. Die Arbeit an sich ist eigentlich nicht zu kompliziert. Wir muessen nur unglaublich schnell sein und werden ueberwacht. Die Tatsache, dass ich nach den gestrigen Worten Angst vor dem Farmer und einem direkten Rauswurf habe, setzt mich unter Druck. Die anderen Backpacker haben mich vorgewahnt, dass wir ueberwacht werden und ein einziger Fehler zu Beginn zu einem Rauswurf fuehren kann. 

Hatte ich jemals in meinem Leben "Angst" davor, einen Kuerbis fallen zu lassen und dadurch arbeitslos zu werden?!

Ziemlich verrueckt.

Hinzu kam noch, dass Markus und Corinna laenger als erwartet mit dem Packen verbracht haben. Ich sass 2 Stunden bis 0.15 Uhr vergeblich in der Dunkelheit auf der Strasse vor dem Tor der Farm und habe gefroren. Die anderen Backpacker sind alle -bis auf den Belgier Michiel- schlafen gegangen und der Farmer haette mich wohl direkt gekuendigt, wenn ich direkt vor seinem Wohnzimmerfenster mit Licht im Hinterhof gewartet haette. Somit blieb mir nichts anderes uebrig, als im Dunkeln auf der Strasse zu sitzen und dort zu warten. 

Um 0.15 hat mir Michiel dann letztendlich Asyl in seinem Zelt angeboten. Einen Schlafsack habe ich von Laury bekommen. Ich hatte weder einen Pullover, noch eine Hose, noch etwas zu essen dabei (meine Sachen waren im Van). Meine Kleidung war immer noch dreckig vom Kuerbiswaschen und ich war durch den ganzen Stress ziemlich ausgepowert. Ich habe in meiner ersten Nacht auf der Farm kaum ein Auge zubekommen und mich durch die Nacht gezittert. Es war unglaublich kalt. Fuer Corinna und Markus habe ich eine Notiz am Tor hinterlassen und gehofft, dass sie am naechsten Morgen da sein wuerden.

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