Mir sind zwar noch
keine Wassermelonen um die Ohren geflogen, dafuer aber boese Worte. "You
have to be quicker! Let the machine do the washing, not you! You're fired if
you don't do a better job tomorrow!"
"HILFE!",
habe ich mir gedacht, als der Farmer dies am Ende meines ersten Arbeitstages zu
mir sagte, als ich ihn fragte, ob ich am naechsten Tag arbeiten koenne. Gestern
war ein beschissener Tag. Anders kann ich es leider nicht sagen. Ich hatte
definitiv nicht viele schlechte Tage in Australien, aber dies war definitiv
einer der schlechtesten, die ich hier erlebt habe. Ich habe nach der
Mittagspause mit 2 Franzoesinnen (Carol und Laury) 7 Container Kuerbisse
(Butternut pumpkins...mir faellt gerade kein deutsches Wort ein) gewaschen.
Fliessbandarbeit. Einer waescht, einer sortiert die gewaschenen Kuerbisse nach
Groesse und einer stellt sicher, dass es keinen Grund gibt, auch nur eine
Sekunde zu pausieren, indem volle Kisten mit gewaschenen, sortierten Kuerbissen
weggeschafft und ungewaschene Kuerbisse auf dem Fliessband landen. Die Arbeit
an sich ist eigentlich nicht zu kompliziert. Wir muessen nur unglaublich
schnell sein und werden ueberwacht. Die Tatsache, dass ich nach den gestrigen
Worten Angst vor dem Farmer und einem direkten Rauswurf habe, setzt mich unter
Druck. Die anderen Backpacker haben mich vorgewahnt, dass wir ueberwacht werden
und ein einziger Fehler zu Beginn zu einem Rauswurf fuehren kann.
Hatte ich jemals in
meinem Leben "Angst" davor, einen Kuerbis fallen zu lassen und
dadurch arbeitslos zu werden?!
Ziemlich verrueckt.
Hinzu kam noch, dass
Markus und Corinna laenger als erwartet mit dem Packen verbracht haben. Ich
sass 2 Stunden bis 0.15 Uhr vergeblich in der Dunkelheit auf der Strasse vor
dem Tor der Farm und habe gefroren. Die anderen Backpacker sind alle -bis auf
den Belgier Michiel- schlafen gegangen und der Farmer haette mich wohl direkt
gekuendigt, wenn ich direkt vor seinem Wohnzimmerfenster mit Licht im Hinterhof
gewartet haette. Somit blieb mir nichts anderes uebrig, als im Dunkeln auf der
Strasse zu sitzen und dort zu warten.
Um 0.15 hat mir
Michiel dann letztendlich Asyl in seinem Zelt angeboten. Einen Schlafsack habe
ich von Laury bekommen. Ich hatte weder einen Pullover, noch eine Hose, noch
etwas zu essen dabei (meine Sachen waren im Van). Meine Kleidung war immer noch
dreckig vom Kuerbiswaschen und ich war durch den ganzen Stress ziemlich
ausgepowert. Ich habe in meiner ersten Nacht auf der Farm kaum ein Auge
zubekommen und mich durch die Nacht gezittert. Es war unglaublich kalt. Fuer
Corinna und Markus habe ich eine Notiz am Tor hinterlassen und gehofft, dass
sie am naechsten Morgen da sein wuerden.
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