Montag, 13. August 2012

Farmwork- Tag 5


Nach einem freien Tag im Litchfield Park ging heute wieder eine neue Woche los. Unser freier Tag war toll . Wir haben am warmen Wasser in der Sonne relaxt, Krokodile in der Nacht im Fluss entdeckt und den ganzen Freitag Abend am Lagerfeuer verbracht. Wir haben unglaublich viel gelacht und keinen Gedanken an Kuerbisse verschwendet. Ich mag diese Gruppe. Wir passen alle so gut zusammen und ich fuehle mich nicht, als waere ich erst vor 5 Tage Teil dieser Gruppe geworden. Es ist gut, dass ich hier sein darf ! Ich bin nicht mehr allein.

Heute habe ich zum ersten Mal die Arbeit genossen. Meine Rueckenschmerzen sid verschwunden, Tariq hat mir Armschoner geschenkt und ich habe mir aus seiner alten Leggins ziemlich kreativ Beinschoner gebaut. Ich sehe ein bisschen aus wie ein Fussballer. Es tat nicht mehr weh, durch das stachelige Kuerbisfeld zu laufen  und meine kleinen Wunden koennen jetzt verheilen.

Wir haben in unserer « Fruehstueckspause » Wassernmelonen gegessen, uns in das kniehohe Gras geworfen und einen tollen Tag gehabt. Wir koennen soviele Wassermelonen und Kuerbisse essen, wei wir wollen. Ich liebe Wassermelonen.

Dave hat zwar heute Morgen Tariq mitgeteilt, dass er nach dem Unfall mit dem abgebrochenen Fliessband (das eigentlich auf Rost und nicht auf seine Fahrkuenste zurueckzufuehren war) nie wieder den Trecker fahren darf und bei Missachten gekuendigt wird, aber sonst gab es keine Vorfaelle . Ich habe mich mit Nicolas durch das Kuerbisfeld geredet und kaum gemerkt, dass ich nebenbei mehr als 300 Kuerbisse geschnitten und auf die weisse Plastikplane gelegt habe. Die Zeit ist wie im Flug vergangen. Ich habe realisiert, dass diese Art von Arbeit auch ihre Vorteile hat. Ich habe mein Fitnessstudio vermisst und kann jetzt permanent das « Nach-dem-Sport-Gefuehl » geniessen. Das « Nach-dem-Sport-Gefuehl » ist fuer mich das weltbeste Gefuehl. Ich habe es schon immer geliebt und nach dem Verlassen von Melbourne ziemlich vermisst

Wir arbeiten in der freien Natur und ich bin nicht wie im Hostel allein mit einem Farbeimer und einem Pinsel in einem Hostelzimmer eingesperrt.  Das Buecken setze ich mit Kniebeugen gleich und das Heben ist gutes Training fuer meine Arme. « Farm work makes you sexier », hat Carol aus Spass gesagt. Wenn ich es so betrachte, dann ist es eigentlich gar nichts Schlechtes, denn ich liebe Sport und bin schon seit meiner Kindheit sportverrueckt. Jeder, der mich besser kennt, weiss, dass ich nicht ohne Sport leben kann.

Das Kuerbisfeld ist ab sofort mein Fitnessstudio und die Kuerbisse sind meine Hanteln. Ich mache also bezahlten Sport und bekomme ganze 150 Euro am Tag dafuer. Das ist doch eigentlich ganz schoen gut und ich kann mir dadurch schon ganz bald wieder andere tolle Dinge ermoeglichen.

Ich bin mittlerweile froh , dass ich diese Erfahrung machen darf. Es gefaellt mir ploetzlich, denn ich habe neben dem tollen Teamgefuehl noch etwas  sehr Positives entdeckt.  

Ich werde hier ein bisschen bleiben.

1 Kommentar:

  1. Hey Julia,
    ich bin schon gespannt auf deine nächsten Fotos :-) Mach weiter so!
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen