Montag, 17. April 2017

Proteinriegel und Traumstrände

Wir sind noch nicht einmal eine Woche hier und Mariana und ich haben dank „Yoga am Arsch vorbei“ und der dadurch gewonnenen Zeit bereits fast alle Strände gesehen, die diese Insel laut Tripadvisor und Co. zu bieten hat. Diese Insel ist auf jeden einsamer, als ich vermutet habe. Irgendwie hatte ich so ein kleines holländisches Dorf im Kopf, bei dem man von einer Frikandelbude zur nächsten spazieren und sich einfach Zwiebeln an Bude 2 holen kann, wenn einem zwischen Bude 1 und Bude 2 einfällt, dass man doch lieber eine Frikandel Speciaaal möchte. Und natürlich an jeder Ecke ein Albert Heijn, an dem es leckere Croissants mit fettiger Käsefüllung und Stroopwaffels gibt. Und ganz viele Pannekoekenhäuschen, Softeis mit bunten Zuckerperlen und natürlich Frau Antje mit ihren Clogs.

Aber Pustekuchen.

Kein Albert Heijn und keine Pfannkuchenhäuschen. Und auch keine Stroopwaffels. Ich weiß ehrlich gesagt nicht einmal, wo die Menschen hier im westlichen Teil der Insel ihre Kleidung kaufen. Irgendwo muss es diese Yogahosen doch geben. Auch das mit der Frikandel ist mir ein Rätsel, denn die habe ich bisher auch noch nirgendwo gesichtet.
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“The protein bars are gonna safe our lives“, grinst mich Mariana mit ihrer blau verspiegelten Sonnenbrille an und hält mir am Playa Cas Abao einen „Make yourself epic“-Proteinriegel unter die Nase. „Zum Glück hab ich wieder welche mitgenommen. Hier kann man ja eh nix kaufen“, stellt sie fest.

Ja, dieses Mal haben wir wirklich viele Proteinriegel dabei, denn ich habe ihr auf den Philippinen versprochen, dass ich bei der nächsten Reise auch welche mitbringe. Nun haben wir nämlich so viele Riegel dabei, dass wir spontan den „SMAKELIJK PROTEINRIEGEL SHOP by Juliaaaa en Maaarianaa gründen könnten. Und dann mit unserem Slogan „Echt lekkere protein riegelzzzz“ (ok, das ist kein echtes Niederländisch, aber man soll ja schließlich auch noch erkennen, dass wir keine Einheimischen sind) dieses verlassene Dorf revolutionieren und die Insel im Westen in einen moderneren Ort verwandeln könnten.





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Ok, lassen wir das mit dem Proteinriegelshophirngespinst. Es gibt schließlich auch noch den Osten der Insel, wo ein bisschen mehr los ist. Nur 45 Minuten von unserem Yogaparadies bis an den Mambo Beach und dazwischen nichts als Landstraßen, auf denen kein einziger Mensch zu sehen ist (sogar im Dorf meiner Eltern ist mehr los), ein paar Minimarkets vor denen Einheimische sitzen und die mit ihren Gitterfenstern Kiosks in Problembezirken ähneln. Alle 5km ein unauffälliges Restaurant mit bunten Weihnachtslichterketten. Hier und da ein eingezäuntes Haus, Straßenhunde und Schilder, die den Weg zum nächsten Strand kennzeichnen. Hier ist es so tot, dass ich nachts spontan ein paar Drehorte für Horrorfilme ausfindig machen könnte wenn ich nicht gerade selbst in einem einsamen Landhaus wohnen würde.

Aber dafür ist es tagsüber so relaxed, dass ich nach nicht einmal 5 Tagen mindestens so entspannt bin wie Yvonne nach ihren Atemübungen und so glücklich wie die Frozen-Omi bei der Knutschszene.



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