Auch den nächsten Tag verbringen wir wieder im Regenwald auf der ständigen Suche nach interessanten Tieren. Nach einer Morgenwanderung geht es nach dem Frühstück weiter, und der Tag endet mit einer weiteren Expedition am Nachmittag.
„Ich glaube, es ist gut, dass wir die Nachtwanderung abgesagt haben“, sage ich zu Mariana, als wir beim Abendessen an einem Tisch sitzen und es draußen in Strömen gießt. Wir sind bereits etwa 7 Stunden gewandert, aber wollten unbedingt noch eine zusätzliche, letzte Nachtwanderung buchen.
„Ich denke, dass die Belgier auch nicht gehen werden“, antwortet Mariana. „Es regnet, alle Tiere verstecken sich und nur die Blutegel freuen sich über unseren Besuch.“
Und so verbringen wir den Abend nicht mit durchnässter Kleidung, sondern mit Packen, denn morgen endet unsere Zeit im Danum Valley.
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„Wir haben aber wirklich SO viel Glück mit dem Wetter gehabt“, stellen Mariana und ich am nächsten Tag fest als wir beim Frühstück sitzen und Affen beobachten. Bis auf gestern Abend hat es die ganze Zeit nicht geregnet und wir haben nicht nur zahlreiche Insekten, Affen und Vogelarten gesehen, sondern auch eine Schlange, eine Tarantel und Wildkatzen.
Die Zeit im Regenwald war etwas ganz Besonderes und ich würde das jederzeit wiederholen.
Jetzt geht es für vier Tage weiter nach Semporna ins Firefly Resort. Von dort aus möchten Mariana und ich eine Schnorcheltour zu den Inseln machen und ein bisschen die Unterwasserwelt erkunden, bevor es dann zurück nach Kuala Lumpur geht.
Pünktlich um 9:30 wartet schon unser Fahrer auf uns. Jetzt noch 2,5 Stunden Fahrt zurück nach Lahad Datu und dann war's das mit dem Regenwald.
Kann uns vielleicht jemand nach Semporna fahren?“, frage ich Donnie, der beim grauen Bulli auf uns wartet, um sich von uns zu verabschieden.
„Ja, das kann der Fahrer machen. Kostet 450 MYR (etwa 100 Euro) für euch beide“, sagt er.
Seltsamerweise nennt er uns exakt den Preis, den ich ihm gestern Abend selbst unterbreitet habe. Ich meinte nämlich, dass eine Fahrt von Lahad Datu nach Semporna doch etwa 100 Euro kosten müsste, als er uns fragte, wie unsere Reise weitergeht.
„Das ist schon wieder verdächtig“, flüstere ich Mariana zu. „Ich werde gleich an der Rezeption checken, was eine Taxifahrt wirklich kostet und ob wir schon wieder verarscht werden.“
Und siehe da: Der echte Preis liegt bei etwa 45 Euro. Mein Gefühl hat mich mal wieder nicht getäuscht.
Ziemlich dumm von ihnen, dass sie ausgerechnet exakt den Preis nennen, den ich gestern selbst genannt habe. Hätten sie stattdessen vielleicht 80 Euro gesagt, wäre mir das bestimmt nicht aufgefallen.
Und so erkläre ich unserem Fahrer, dass wir neue Pläne haben und nicht mehr nach Semporna möchten. Ich sehe an seinem Blick, dass er ziemlich genervt darüber ist, dass sein Deal, den er offensichtlich mit Donny geschlossen hat, gerade gescheitert ist.
Donny hat nämlich noch versucht, uns glaubhaft zu erklären, dass absolut keine Taxis auf den Straßen unterwegs seien, weil ein malaysischer Feiertag sei.
Aber inzwischen kenne ich die Abzocktricks in fremden Ländern und alle Warnleuchten gehen bei mir sofort auf Rot, wenn ein Fahrer versucht, mich so offensichtlich abzuziehen.
„Tut mir leid, Donny, aber das hättest du haben können, wenn dein Deal wenigstens einigermaßen realitätsnah gewesen wäre“, denke ich.
Als wir am Flughafen in Lahad Datu angekommen sind, wo sich die Belgier und zwei Australier absetzen lassen, steigen auch Mariana und ich aus.
„Der Typ ist richtig angepisst glaube ich“, sagt Mariana.
Wir lassen unser Gepäck bei den Australiern, die ganze 5 Stunden auf ihren Flug warten müssen und spazieren zum 7-Eleven. Nach 4 Tagen in der Wildnis ist es Zeit für meine tägliche Dosis Schokolade und ein paar Spaßgetränke. Anschließend beschließen wir, noch einmal in das Restaurant zu gehen, in dem wir auch bei unserer Anreise waren. Das Essen war richtig lecker und ein paar Aussagen der Bedienung haben mich wirklich zum Lachen gebracht.
Mariana hatte nämlich gefragt, ob die Garnelen frisch seien und wo sie herkämen. Die Bedienung antwortete daraufhin: „Sie kommen von unseren Lieferanten.“
Ach was. Ich weiß noch, dass ich mir das Lachen verkneifen musste.
„Und wie frisch sind die?“, fragte Mariana.
„Sie sind nicht mehr alive, aber trotzdem frisch genug.“
„You can eat. No problem for sure“, hat die lustige Bedienung uns versichert.
Und so können wir es uns nicht nehmen lassen, dort noch einmal zu essen.
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Anschließend laufen wir zurück zum Flughafen und ich bestelle uns ein Taxi. Nur 45 Euro; dafür aber einen Fahrer, der die ganze Zeit eine Playlist mit dem Namen „Greatest Love Songs“ hört.
Was lässt man nicht alles über sich ergehen, nur um einer Abzocke zu entkommen?
Etwa zwei Stunden und 40 Love Songs später erreichen wir das Firefly Resort in Semporna. Nachdem wir eingecheckt haben, fahren wir mit dem Shuttlebus zum Hafen und buchen uns einen Schnorcheltrip für den nächsten Tag.
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Nächster Beitrag: 12.09.
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