Ich habe mir noch am selben Abend eine Chichen Itza Tour für den kommenden Tag gebucht und bin dann am nächsten Morgen zusammen mit Gabriel aus Brasilien zur Bushaltestelle gelaufen. Selbst wenn man plötzlich „allein“ reist, verbringt man eigentlich keinen einzigen Tag wirklich allein. Es gibt einfach viel zu viele andere allleinreisende Backpacker. Ich habe mir für meine nächste Reise auf jeden Fall vorgenommen, dass ich meine Backpackingreisen grundsätzlich nur noch allein machen werde. Man erlebt mehr, lernt supereinfach andere Backpacker kennen und macht immer nur genau das, worauf man gerade Lust hat ohne sich mit jemand anderem einig sein zu müssen. Und am Ende fliegt man immer mit einer Aneinanderreihung von Happy-Momenten nach Hause, die man mit anderen Backpackern aus völlig unterschiedlichen Ländern teilt. Das Reizvolle an Backpacking ist, dass man heute nicht weiß, wo man übermorgen ist, spontane Entscheidungen trifft, keine feste Route geplant hat und immer wieder von anderen Menschen umgeben ist. Und das funktioniert irgendwie nur, wenn man allein unterwegs ist oder mit jemandem, der das ganz genauso sieht. Jetzt bin ich zumindest um eine Erfahrung reicher und hatte trotzdem insgesamt eine richtig gute Zeit hier.
---------
Den nächsten Tag habe ich mit Rosa aus Montréal verbracht, die ich im Bus kennen gelernt habe. Wir sind mit dem Bus nach Coba gefahren, haben uns die Ruinen angesehen, ein Rad geliehen und uns den Rest des Tages nochmal an Barts Lieblingsstrand gelegt. Ich mag Tulum irgendwie auch. Der Ort ist nicht so überlaufen wie Playa del Carmen und hat schönere Strände und natürlich das bessere Hostel ;-) Habe es leider nicht geschafft, in den Zenoten zu tauchen. Das muss ich dann einfach nachholen, wenn ich nochmal nach Mexiko fliege.
-----
Nach einer letzten Nacht in Tulum fahre ich am nächsten Tag um 8 Uhr morgens Richtung Norden nach Chiquila, um von dort mit der Fähre nach Isla Holbox zu fahren.
“Du bist auch Deutsch, oder?“, frage ich das Mädchen mit den blonden Haaren am Hafen von Chiquila, als ich an ihrem Backpack ein Kofferband mit der Aufschrift „Bayern“ entdecke. „Ja, bin ich. Reist du auch allein?“ „Ja.“ „Wie heißt du? Ich heiße Julia und du?“ „Ich auch.“ „Dann bist du wahrscheinlich auch 26 oder 27?“ „Ja!“ „Unsere Eltern waren auf jeden Fall 1989 voll kreativ!“ Wir lachen.
“Hast du schon einen Plan, wo du wohnen willst?“ „Nee, du?“ „Ich auch nicht, aber wollte mir mal das Tribu Hostel ansehen.“ „Ok, können ja mal zusammen schauen.“
Es ist eigentlich total witzig, wie sich das Zusammenreisen immer ergibt. Das Tribu Hostel hat keine freien Zimmer und dann nimmt man sich einfach zusammen ein Doppelzimmer im Apartment nebenan mit einer Person, die man gerade einmal 10 Minuten kennt.
Ich habe mit Julia aus Berlin (ursprünglich Bayern – deswegen das Kofferband) 2 Tage auf Isla Holbox verbracht und eine richtig coole Zeit gehabt. Wir waren zusammen Tacos essen, haben uns in die bunten Hängematten am Strand gelegt und sind abends zum Feiern ins Tribu Hostel gegangen, wo man auf Schaukeln an der Bar sitzen kann. Waren am nächsten Tag mit einem Boot unterwegs und haben geschnorchelt und geangelt und dabei Delfine, Mantarochen und Flamingos gesehen und dann ein letztes Mal Cocktails im Tribu Hostel getrunken.
----------
Am nächsten Tag bin ich dann um 6 mit der Fähre zurück nach Chiquila und dann mit dem Bus nach Cancun, um dort meine letzten 2 Tage zu verbringen. Ich habe mir meine Laufsachen angezogen und bin zum Strand gejoggt, habe mexikanisch gegessen und bin inzwischen schon unglaublich braun wegen der ganzen Zeit, die ich in der Sonne verbracht habe.




Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen