Donnerstag, 19. Mai 2016

Schwimmen mit Delfinen

Angekommen in Cancun, sind wir direkt in den Bus gestiegen und nach Playa del Carmen gefahren. Ich habe mit Peter gesprochen und ihm gesagt, dass ich in ein Hostel möchte und er hat gesagt, dass es „No Problem at all“ ist und wir nicht ALLES zusammen unternehmen müssen. PUH. Ich habe mich erst einmal in das Mädelszimmer ausquartiert. Im Hostel war kaum etwas los und nur noch ein anderes Mädel im selben Zimmer, aber so konnte ich die Gelegenheit nutzen, morgens auf der Dachterrasse allein mein kleines Fitnessworkout zu machen. Wir sind zwar den ganzen Tag unterwegs und schon sehr viel Rad gefahren und gelaufen, aber es tat total gut, auch wieder ein paar andere Fitnessübungen zu machen.

Am nächsten Tag konnte ich mir endlich einen Traum erfüllen, der auch auf meiner „Muss-ich-einmal-im-Leben-gemacht-haben-Liste“ stand: Ich bin mit Delfinen geschwommen! Dafür bin ich allein mit der Fähre nach Isla Cozumel gefahren und habe den ganzen Tag im Delfinarium verbracht. Ich hatte wirklich Glück, dass ich einen Delfin ganz für mich allein hatte während sich vormittags immer 12 Leute „einen Delfin teilen mussten“ und den Delfin nur für ein paar Fotos anfassen konnten. Ich konnte insgesamt 45 Minuten im Wasser verbringen und den Delfin so oft anfassen, wie ich wollte. Fühlt sich übrigens wie ein mit Satinbettwäsche überzogenes Schlauchboot an. Seltsamer Vergleich, aber das trifft es eigentlich ziemlich gut.

Ich muss euch dazu übrigens noch eine kleine lustige Anekdote erzählen ;-) Ich habe ja so ein unglaubliches Talent dafür, nicht in Fettnäpfchen zu treten, sondern direkt in der Fritteuse zu baden und mich dann selbst am meisten über mich kaputt zu lachen. Deswegen kommt hier mein kleiner Fritteusenmoment: Und zwar sollte ich einige Meter rausschwimmen, den rechten Arm ausstrecken und dann den auf dem Rücken vorbeischwimmenden Delfin an den Flossen mit beiden Händen greifen und mich von ihm durchs Wasser ziehen lassen. Also bin ich losgeschwommen und irgendwann auf das Zeichen des Tourguides im Wasser auf einer Stelle geblieben. Ich strecke also meinen Arm aus und starre auf die Wasseroberfläche und dann kommt er auch schon, mein Delfin. Ich greife Flosse eins und dann Flosse zwei und werde mitgerissen. Das Wasser schwappt mir ins Gesicht und plötzlich merke ich, dass ich meine Bikinihose verloren habe. Erst denke ich „verdammt“, dann realisiere ich, dass jetzt jeder, der oben von der Plattform starrt, gerade beobachten kann, wie dieser Turbo-Delfin mich mit nacktem Arsch durchs Wasser zieht und dann hänge ich auf einmal an diesen Satinbettwäsche-Schlauchbootflossen und kann einfach nicht mehr aufhören, zu lachen. Hey Delfin, kannst du mal bremsen? Und Harry-Potter-Zauberumhang, wo bist du denn schon wieder, wenn ich dich mal brauche?

Irgendwann lasse ich einfach die Flossen los und bleibe auf einer Stelle während mein Delfin ELECTRA wegschwimmt. Ich fische meine Bikinihose aus dem Wasser und muss Tränen lachen. Mein Guide bietet mir daraufhin an, mich nochmal von einem langsameren Delfin namens APHRODITE mietziehen zu lassen. Mir war bewusst, dass ich ein paar Kilo abgenommen habe, weil ich das Essen in Kuba nicht vertragen habe, aber ich habe einfach vergessen, dass ich meine Hose jetzt enger zubinden sollte.

Der Tag war auf jeden Fall in jeglicher Hinsicht eine unvergessliche Erfahrung. Ich lache immer noch, wenn ich daran zurückdenke.

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