Dienstag, 24. Oktober 2017

Asienfeeling vor Abflug

Noch nicht einmal in Jakarta angekommen, bietet mir schon mein Hotel in Frankfurt einen kleinen Asien-Vorgeschmack. „Achja… und bitte nicht zu heiß duschen, dann geht der Rauchmelder an“, sagt die kleine Empfangsdame mit dem gelben Kimono und drückt mir meine Zimmerkarte in die Hand.
Ich bin im „Toyoko (ja, Toyoko. Nicht Tokyo!) Inn am Hauptbahnhof und muss grinsen, als ich an der Rezeption ihren Namen auf dem kleinen goldenen Anstecker erblicke: CHIZURU. Klingt irgendwie wie eine Geschlechtskrankheit oder unheilbare Seuche, scheint aber ein ganz normaler asiatischer Vorname zu sein („Meine Tante war in Afrika und hat sich auf Safari mit diesem gefährlichen Chizuru infiziert und nun geht’s ihr ganz furchtbar schlecht…“ Klingt doch plausibler als „Unser süßes kleines Baby Chizuru hat gerade das Licht der Welt erblickt“, oder?). Und was ist eigentlich, wenn das Lieblingsessen von Chizuru zufälligerweise Chorizo ist?

Naja. Lassen wir die Spekulationen. „Ich wünsche Ihnen einen schönen Aufenthalt“, grinst Chizuru und reicht mir noch die Rechnung über den dunkelbraunen Tresen, an dem ein Halloween-Glitzergeist mit der Aufschrift „BOO“ hängt.

In meinem Zimmer werde ich mit der bereits auf den Philippinen heißgeliebten Toilettentechnologie konfrontiert, auch wenn das Zimmer sonst eher von meiner Oma eingerichtet sein könnte. Ja…sorry Oma. Mein Geschmack wird später auch nicht mehr der sein, der er heute ist. Ich bin fasziniert, dass die hier so ein Ramschi-Zimmer haben, aber eine Toilette mit Warnhinweis, dass man bei falscher Benutzung einen Elektroschock bekommen könnte. Nun stellt euch mal vor, ihr sitzt da so als Kerl und plötzlich fühlt es sich so an, als wärt ihr gerade frontal gegen einen Weidezaun auf Schritthöhe gelaufen. Wenn das nicht abenteuerlich ist.

Also teste ich erstmal alle Funktionen, die man sich so an einem Samstagabend von einer Toilette wünscht: Belüftung, Wasserstrahl mit frei wählbarer Temperatur, eine „KIDS“-Einstellung, für alle, die es etwas sanfter mögen und das Beste: ein Arschtrockner, der dieselben Geräusche wie ein auf höchster Stufe eingestellter Ventilator macht. Dschhhhhhhhh.

Spaß beiseite. Ich habe mir natürlich nur kurz den Arsch geföhnt und bin dann schlafen gegangen.
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Nach einer Nacht in meinem Bett mit einer Matratzenhärte, die der Betonfrisur von Königin Beatrix gleicht, sitze ich um 7:15 neben einem Asiaten und frühstücke. Er isst Cornflakes und dazu Salat (jahaha…Frenchdressing hat er sogar auch genommen!) und ich bleibe heute mal ganz bodenständig bei einem Brötchen mit Käse. So einen Salat zum Frühstück hebe ich mir dann für Indonesien auf. Ich bin ja schließlich gerade noch in Deutschland!

Also: Falls ihr mal Asienfeeling für 39 Euro inklusive Frühstück sucht, dann kann ich das Toyoko Inn in Frankfurt sehr empfehlen. Und das Beste ist, dass ich euch erlaube, den Arschföhn so oft zu benutzen, wie ihr wollt!




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