Mittwoch, 25. Oktober 2017

Hello Goodbye Jakarta

Man glaubt es kaum, aber mein Leben ist gar nicht immer so „X-Factor- das Unfassbare“ wie man denkt. Ich habe mich ja schon kreischend über den Flughafen rennen sehen, aber trotz nur 1 Stunde Umsteigezeit in Doha hat alles geklappt. Gerannt bin ich am Flughafen trotzdem - geschrien habe ich nicht. Außerdem hat mir einer der Flughafenmitarbeiter versichert, dass der Flieger warten wird, wenn ich es nicht rechtzeitig schaffe. „Hier in Doha am Flughafen sind die Leute ziemlich entspannt“.

Der Hinflug nach Doha war recht unspektakulär. Neben mir so ein spießiges deutsches Ehepaar, das sogar zu unsympathisch war, um sich überhaupt auf ein Gespräch mit mir einzulassen. So unsympathisch, dass ich mich kaum getraut habe, sie nach 3 Stunden zu fragen, ob sie mich vielleicht kurz aufstehen lassen, weil ich am Fenster saß. „Möchten SIE auch ein Wasser, junge Dame?“. „Ja, Bitch.“

Mein Sitznachbar nach Jakarta hingegen war ziemlich cool. Ein Inder namens Rhadjif, der irgendwas mit Softwareentwicklung macht, in Amerika lebt und mir direkt mal eine Unterkunft angeboten hat, falls ich mal in die USA reise. Wir haben eine Weile geplaudert und ich habe direkt mal die Gelegenheit genutzt, um ein bisschen mehr über Jakarta zu erfahren. „Jakarta ist hässlich“, hat er gesagt und mir empfohlen, besser direkt woanders hinzufliegen. „Ich bin da nur für ein Businessmeeting, aber es ist einfach nur eine große, überfüllte Stadt, in der du wahrscheinlich den ganzen Tag im Stau auf dem Weg vom Flughafen ins Zentrum verbringen wirst. Wenn du nicht gerade zum Shoppen hinfliegst, lohnt es sich nicht.“

“Ok. Rhadjif hat Recht. Jakarta sieht schon von oben hässlich aus“, denke ich, als ich beim Landeanflug aus dem Fenster starre und ein Meer aus Hochhäusern und Straßen sehe. Wahrscheinlich ist es vergleichbar mit Bangkok und Bangkok mochte ich nicht. Und wenn er das schon sagt, dann werde ich vermutlich auch nicht so begeistert sein.

Ok. Dann werde ich keinen Tag in Jakarta verbringen, sondern besser direkt auf eine andere Insel fliegen.
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Ich sitze um 10:30 Uhr bei Dunkin‘ Donuts am Flughafen mit einem Kaffee, google ein bisschen und entscheide mich dann für Lombok, die Nachbarinsel von Bali. 2 Stunden Flugzeit und Skyscanner sagt mir, dass der nächste Flieger schon um 13 Uhr geht. Also fahre ich mit einem völlig überfüllten Shuttlebus von Terminal 3 zu Terminal 1, buche an einem bankautomatenähnlichen Ticketschalter meinen Flug für ungefähr 37 € und halte anschließend mein Ticket, das wie ein Kassenbon aussieht, mit „MR Julia“ nach Lombok in der Hand. Auf dem Ticket könnte allerdings auch Donald Duck stehen und sie würden mich fliegen lassen. Hier sind die Regeln ein bisschen anders ;-)

“Hey, where are you going?“, fragt mich ein blondes Mädchen am Flughafenausgang am Taxistand, als ich mit einem Taxifahrer über eine Fahrt nach Kuta verhandle und mir gerade über booking.com ein Zimmer in Kuta gebucht habe. „We are going to Senggigi…do you wanna join us?“, fügt sie hinzu und zeigt auf 2 weitere Mädels, denen ein anderer Taxifahrer gerade ein Ticket ausstellt.

“Ok“, sage ich und folge den 3 Holländerinnen zum Taxi. Mein Taxifahrer guckt leicht verdutzt, dass ich doch nicht mehr nach Kuta will, ich storniere mit einem Klick mein soeben gebuchtes Hostel und sitze plötzlich im Taxi nach Senggigi.
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Manon, Bine und Ich-weiß-nicht-wie-man-ihren-Namen-schreibt sind gerade von einer Hochzeit aus Jakarta zurück und verbringen nun eine Nacht in Senggigi. 10 Minuten auf Lombok und ich bin gar nicht mehr so allein, wie man immer denkt, wenn ich sage, dass ich allein reise.

Manchmal muss man die Dinge einfach spontan so nehmen, wie sie kommen.









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