Samstag, 28. Oktober 2017

Ein Tag mit Melanie,Marcos und Manuel

Ich glaube, diese Nacht ist soetwas wie eine schrittweise Vorbereitung auf meinen Vulkantrip.

Ich liege um 2:48 Uhr im Bett meines neuen Hostels im Viererzimmer und wickle mich in mein Bettlaken ein wie eine Frühlingsrolle in Embryohaltung.

Ich fühle mich nicht wie in Indonesien, sondern als wäre ich in einem Iglu auf einer Antarktisexpedition seitdem ich das Hostel gewechselt habe. Die Klimaanlage über meinem Kopf macht Geräusche wie ein Presslufthammer. Und ich liege darunter wie ein Stück zimmertemperierte Butter, das gerade schockgefrostet wird. Hin und wieder zusätzlich ein Geckogeräusch, das ungefähr so klingt wie ein Baby, das man mit Schluckauf neben einem Megafon schlafen lässt…oder ein bisschen so wie dieser lila Buzzer aus dem Tabu-Spiel. AH-OH AH-OH DRRRRRRRRR.

Ich hätte es ahnen sollen, dass es kein gutes Zeichen ist, wenn Franzosen unter mir „wohnen“. In Bremen sind auch gerade Franzosen unter mir eingezogen und ich schlafe seit neuestem zu Songs wie Despacito ein. Und jetzt haben sie hier die Klimaanlage auf „Eiszeit“ gestellt.

Wo ist bloß die Fernbedienung?

Ich drehe mich um.

Mein Bambusbett, das wahrscheinlich in einem 2-Tages-Bastelworkshop gebaut wurde, macht dabei Geräusche, die mich an PET-Flaschen erinnern, die im Pfandautomaten zerquetscht werden. Wie ein Baumhaus, das gerade von einem Wirbelsturm erfasst wird und kurz vor dem Einsturz steht.

Das ganze Bett wackelt, als ich ein Langarmshirt aus meiner Tasche krame und mir über den Kopf ziehe. Ich grinse. Die Kombination aus Pfandflaschen, Presslufthammer, Schluckauf-Baby und Wirbelsturm ist kaum zu übertreffen.

„Yeah, it’s fucking freezing“, sagt das Mädel im anderen oberen Bett und dreht sich zu mir. „Where is the remote?“, fragt sie und leuchtet mit ihrem Handy nach unten.

Die Fernbedienung ist neben Französin Nr. 1, die im unteren Bett seelenruhig trotz erdbebenähnlicher Betterschütterung in Unterwäsche schläft als wären wir gerade in einer Biosauna. Jetzt müssen wir uns das Ding nur noch aus ihrem Bett klauen und dann können wir langsam wieder auftauen.

„16 °C!“, flüstert Ruth als sie sich die Fernbedienung geangelt hat und drückt grinsend den Plusknopf.

21 Grad. Gute Nacht.

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Mein neues Hostel „Oggie’s Place“ ist nur 10 Meter von meinem alten Hostel entfernt und ich bin hier, weil hier noch mehr andere Backpacker sind. Die Holländerinnen sind inzwischen weitergereist und ich habe direkt am ersten Abend und noch vor meinem beinahen Kältetod Marcos aus Spanien, Melanie aus Holland und Manuel aus Deutschland kennen gelernt. Wir haben uns direkt zum Frühstück verabredet und sind dann mit einem Roller in der Gegend herumgefahren und hatten einen unfassbar coolen Tag. Sind durch den Urwald an Affen vorbeigefahren, waren am Strand und beim Wasserfall, haben einen Markt entdeckt und mittags zusammen undefinierbare Sachen gegessen. Ich spare mir ausführliche Beschreibungen, zeige euch lieber direkt ein paar Bilder und berichte sicher ausführlich von meiner Vulkan-Trekkingtour, für die ich morgen früh um 5 abgeholt werde. Gerade einmal 3 Tage hier und schon so unfassbar viel erlebt!

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