Am nächsten Tag frühstücke ich aus Zeitmangel ein letztes Mal im legendären Jaga Roni House. Seltsamerweise ist der fiese Geruch inzwischen verschwunden. Vielleicht lag es auch daran, dass der Regen in den letzten Tagen den eigentlich subtilen Geruch intensiviert hat. Trotzdem bin ich echt froh, gerade mein Rührei zu genießen mit dem Wissen, dass es der letzte Morgen in dieser 1-Stern-Absteige ist. Jasmin hat mir angeboten, mein Gepäck direkt mit zu unserer neuen Unterkunft zu nehmen damit ich es nicht mit zum Rafting schleppen und dieses „Haus“ nie wieder betreten muss. Juhu!
Ich mache mich um kurz vor halb 9 auf den Weg zum nur 2 Minuten entfernten Tempel, in dem gestern der Keçak-Dance stattgefunden hat. Bevor der Fahrer mich ewig in der kleinen Gasse sucht, lasse ich mich lieber hier abholen. Sicher ist sicher!
„Bist du Julia?“, fragt mich ein Mann, der gerade mit seinem schwarzen Wagen angehalten hat. „Yes!“ Ich steige auf den Rücksitz und wir fahren los. Auf dem Weg sammeln wir noch ein paar andere Leute ein, die heute ebenfalls zum Rafting wollen. Zwei nette Mädels aus Schweden, Anna aus Frankreich und ein spanisch-französisches Pärchen. Anna ist wie ich allein unterwegs da ihr Freund heute lieber in der Unterkunft bleiben möchte. Sie und er haben beide ihre Jobs aufgegeben, um sechs Monate lang zu reisen. Die beiden Schwedinnen haben gerade ihr Abitur gemacht, sich über Facebook kennengelernt und sind als Backpacker in Asien unterwegs und in den letzten Zügen ihrer Reise. Die anderen beiden machen wie ich einfach ein paar Wochen Urlaub.
Nach etwa 20 Minuten kommen wir bei „Ubud Rafting“ an wo schon ein paar andere Leute in Rafting-Ausrüstung auf uns warten. „Schnappt euch bitte einen Helm, eine Schwimmweste und ein Paddel“, sagt einer der Mitarbeiter. Dann steigen wir mit orangefarbenen Helmen in einen Jeep, auf dessen Ladefläche zwei Bänke links und rechts angebracht sind. Hier warten bereits einige gutgelaunte Australier und Asiaten in Raftingmontur darauf, dass es endlich losgeht. Ich nehme auf dem Sitz platz, der vorne in der Mitte der beiden Bänke angebracht ist, halte mich an der Metallstange fest und drehe meinen Kopf in Fahrtrichtung. „Wir sehen mit unserer Ausrüstung echt aus wie ein Haufen Vollidioten“, sagt die Australierin links von mir und klopft ihrem Mann auf den Helm. „Und ich sehe aus wie eine typisch Deutsche“, lache ich und halte meine Füße mit den Schwimmschuhen demonstrativ in die Luft. Ich hätte ja nicht gedacht, dass diese Neoprenschuhe einmal so praktisch sein würden wie bei dieser Aktivität!
Als wir durch die Reisfelder laufen und die Betonstufen nach unten klettern, die zum Fluss führen, bin ich richtig froh, keine Flip Flops anzuhaben. Bei all dem Mist, den ich eingepackt habe, war ich klug genug, an die Neoprenschuhe und mein Wet Bag zu denken. Nach etwa 15 Minuten erreichen wir das Ufer des Ayung Flusses wo ein Mann gerade mit einer elektrischen Makita-Pumpe ein Schlauchboot aufbläst. Im trüben Wasser des Flusses, der übrigens der längste in Bali ist, treiben bereits einige weitere Boote.
„Das wäre richtig cool, wenn wir uns ein Boot teilen“, sage ich zu den Schweden. „Ja, das wäre echt cool!“, nickt Nellie. Wir steigen in das gelbe Schlauchboot und ich nehme mit Anna in der zweiten Reihe platz. Zu uns gesellen sich noch zwei Amerikaner in der ersten Reihe. Unser Guide erklärt uns zunächst die Technik. „Wenn ich sage rudern, dann rudert ihr! Kommen Steine, nehmt euer Paddel in die Luft und haltet euch an dem Tau fest, das in der Mitte und an der Seite befestigt ist. Bleiben wir auf einem Stein stecken, dann hüpft ihr alle mit eurem Hintern auf und ab. Liebe Frauen, ihr kennt das doch bestimmt“ witzelt unser Guide. „Und achja. Mein Englisch ist nicht so gut, aber ihr werdet schon merken, was ich von euch will! Solltet ihr aus dem Boot fallen, dann treibt am besten auf dem Rücken weiter damit ihr euch nicht an den Steinen aufschlitzt.“
Das kann ja abenteuerlich werden! Ich bin schon einige Male Paddelboot gefahren, aber sitze heute zum ersten Mal in einem Schlauchboot mit acht anderen Personen, um einen Fluss herunter zu fahren.
„So guys…let‘s go!“
Wir halten unsere Paddel ins Wasser und nehmen mit der Strömung recht schnell Fahrt auf. Jedes Mal, wenn große Steine im Wasser auftauchen, fühlt es sich an wie eine Fahrt in der Wildwasserbahn im Freizeitpark und wir kreischen und lachen wie kleine Kinder. Wir schippern bei strahlendem Sonnenschein inmitten des sattgrünen Dschungels durch eine traumhafte Kulisse aus Palmen, Lianen, Farn, Bananenstauden und weiteren Pflanzen aller Art.
Unser Guide macht uns regelmäßig mit seinem Paddel nass und ist sich für keinen Spaß und Witz zu schade. Nach etwa 30 Minuten erreichen wir einen Wasserfall und machen eine kurze Pause, in der wir uns unter den Wasserfall stellen und das Wasser auf unsere Helme prasseln lassen. Manchmal überholen wir andere Boote, fahren kreischend gegen die Klippen, die den Fluss einrahmen oder drehen uns im Kreis bis wir wieder geradeaus fahren. Einige Male bleiben wir stecken und verwandeln unser Schlauchboot in eine Hüpfburg. Ich hätte nicht gedacht, dass Rafting soviel Spaß macht!
Nach fast 2 Stunden springen wir ins Wasser und lassen uns noch eine Weile in unseren Schwimmwesten auf dem Rücken treiben bis wir eine flache Stelle erreichen, an der wir aus dem Wasser steigen. Dann wandern wir wieder zurück nach oben zur Straße. Wir sind jetzt wieder am Rafting-Office angekommen. Als hätte der Wettergott die ganze Zeit extra Rücksicht auf uns genommen, fängt es jetzt an, in Strömen zu regnen. Während ich mich kurz abdusche, steigt das Wasser in der Dusche durch den Regen in kürzester Zeit um etwa 15 cm an, so dass ich in einer tiefen Pfütze stehe. Währenddessen versucht eine Mitarbeiterin, die Wassermassen mit einem Besen wieder nach draußen zu fegen. Es sieht genauso sinnlos aus wie der Versuch, einen Staubsauger in der Wüste zu verwenden um den Sand zu beseitigen.
„Also ich weiß nicht, ob ich bei diesem Wetter wirklich Quad fahren möchte“, sage ich zu Paola und ihrem Freund, die beide ebenfalls diese Kombi gebucht haben. Wir sitzen gerade oben auf der Terrasse des Centers während der Regen auf das Wellblechdach prasselt und haben uns Reis, Tempeh und weitere asiatische Spezialitäten auf unsere Teller geschaufelt. Das Mittagessen ist ebenfalls in meinem Special Price inbegriffen.
„Es wird bestimmt gleich wieder schön“, sagt Paola. Denn obwohl gerade in Bali die Regenzeit begonnen hat, regnet es immer nur einige Minuten sehr extrem und dann kommt wieder die Sonne raus als wäre nichts gewesen.
„Let’s go!“, sagt unser Fahrer. Paola klettert mit mir auf die Rückbank und wir fahren zu einer anderen Location. Dort sind etwa 20 Quads geparkt. Wir bekommen einen Helm und eine kurze Video-Einweisung. Kurz bevor wir starten, hören wir schreiende Asiaten, die sich um eine ältere Frau versammeln, die gerade mit blutendem Fuß von einem Balinesen getragen und dann auf einer Bank abgelegt wird. Es klingt bei Asiaten meist dramatischer als es ist, denn von nahem sieht es aus wie eine kleine Winde am Fuß. Ich bin gespannt, welch skurrile Strecke uns erwartet, auf der so etwas passieren kann.
Vielleicht ist sie aber auch genauso wenig technisch versiert wie ich, denn Fahrzeuge aller Art gehören nicht zu meinem Spezialgebiet.
Auf Koh Phangan bin ich bei meiner ersten Rollerfahrt fast gegen eine Hauswand gefahren, weil ich Gas gegeben und gleichzeitig gebremst habe. Hoffen wir also das Beste. Leider habe ich heute auch keine Wahl als das Quad selbst zu steuern, denn ich bin die Einzige, die allein an dieser Tour teilnimmt. Der Franzose, die Spanierin und mit uns noch zwei indische Pärchen teilen sich jeweils ein Quad.
„Hier kannst du Gas geben. Betätige diesen Schaltknüppel, um rückwärts zu fahren und nutze die Vorder- und Rückbremse“, erklärt unser Tourguide.
„Ok, Julia. Es gibt nur 3 idiotensichere Gänge. Das kriegst du doch bestimmt hin.“ Ich führe innerlich schon Selbstgespräche und ermutige mich, dass selbst ich das auf die Kette kriegen werde. Dann teste ich ein wenig die einzelnen Funktionen und bin mal wieder verwundert, dass hier nicht einmal nach einem Führerschein gefragt wird. Es könnte also sein, dass jemand noch nie in seinem Leben ein Fahrzeug bedient hat, dann mit dem Quad auf die Straße brettert und in den Gegenverkehr crasht. Vielleicht war das ja bei der Asiatin auch so?
„You ok, miss?“, sieht mich unser Guide fragend an als ich ein Stück zurück und dann wieder vor fahre.
„Yes!“, antworte ich und tue so als hätte ich in meinem Leben nie was anderes gemacht.
„Yessss, ich bin bereit!“
Ich löse die Bremsen, betätige mit der rechten Hand das Gaspedal und fahre los. Fühlt sich doch schon mal ganz ok an.
Kurz nachdem wir das Gelände verlassen und auf der Straße angekommen sind, fängt es wieder an zu regnen.
Lieber Wettergott, so haben wir das aber nicht ausgemacht!
Der Regen prasselt jetzt auf meinen Helm und peitscht mir ins Gesicht. Ich sitze wie ein begossener Pudel auf meinem Quad. Na zum Glück habe ich keine Tasche mitgenommen, denn die Inder checken nun auch, dass das keine kluge Idee war, ihren Rucksack mitzunehmen. Sie müssen also noch einmal zurückfahren. Währenddessen warten wir auf der Straße und duschen schon mal vorsorglich unser Quad bevor wir es dann gleich wieder in Schlamm versenken. Zwischen meinen Oberschenkeln bildet sich eine Pfütze auf dem Sitz. Der Regen läuft meine Arme hinunter und durchtränkt mein ohnehin schon etwas nasses Top.
Paola und ihr Freund drehen sich lachend zu mir um. Ich singe: „I‘m siiiinging in the raiiiin!“ und wische mir den Regen aus dem Gesicht.
Nach einigen Minuten geht unsere Fahrt weiter.
Wir biegen in eine kleine Gasse ein und erreichen dann ein Gelände wo wir durch Schlamm fahren sollen. Das war also gerade kein Scherz mit dem Schlamm, sondern tatsächlich unser Plan. Allerdings sah es auf dem Werbefoto eher aus wie ein leicht nasser Schlammboden und nicht wie ein Tümpel.
Ich kralle mich an den Handgriffen fest und drücke die Bremsen während ich einen Matschhügel herabrutsche, der dann in eine mindestens 50 cm tiefe Pfütze (kann man das noch so nennen?) mündet. Eigentlich ist das eher wie ein kleiner Bach. Ich gebe ein wenig Gas und rolle ganz langsam und wackelig nach vorn. Dabei sind meine Füße inklusive der Räder komplett im Wasser. Ich habe ein bisschen Schiss, dass ich gleich samt Quad hier versinke oder das Ding zum Umstürzen bringe, aber zum Glück geht alles gut.
Zwischenzeitlich bin ich selbst ein wenig überrascht, dass meine Quad-Skills besser sind als die der Inder hinter mir. Die sind nämlich gerade ungebremst einen Schlammhügel heruntergerutscht und in die anderen Inder gecrasht. Aber auch ich muss mich extrem konzentrieren, dass mir das nicht auch passiert.
Irgendwie schaffe ich es dann wundersamerweise doch, die Strecke zu meistern und auf dem Weg zu bleiben.
Nach etwa einer Stunde halten wir kurz, bekommen jeder eine kleine Flasche Wasser und haben dann die Möglichkeit, noch ein paar weitere Runden zu drehen. Ich beschließe, mein Quad erstmal stehen zu lassen und bei unserem Guide der Beifahrer zu sein. Der ist nämlich wesentlich schneller und höchstwahrscheinlich sicherer unterwegs.
Man muss ja sein Glück nicht herausfordern, wenn man schon eine Runde unbeschadet überstanden hat!
Als wir durchs den Schlamm brettern, muss ich meine Füße anheben damit ich bei meiner Rückkehr nicht aussehe als hätte ich gerade eine Runde Schlammcatchen hinter mir.
Nach einer Weile geht es wieder zurück. Ich sitze nun wieder auf meinem eigenen Quad und fahre an Reisfeldern vorbei. Wir kommen ohne Verletzungen und Verluste wieder bei der Station an. Das war echt eine lustige Erfahrung, aber ich musste mich mehr konzentrieren als dass ich die Fahrt wirklich genießen konnte. Ich würde sie daher nur Menschen empfehlen, die Fahrzeuge besser bedienen können als ich.
Ich dusche meine schlammübersäten Waden sowie meine Neoprenschuhe ab und steige zurück in das Auto unseres Fahrers.
Nachdem wir schon 30 Minuten gefahren sind und uns nur noch im Schneckentempo bewegen, steige ich aus. Meistens ist es hier wirklich besser, mit dem Roller statt dem Auto zu fahren, denn dann kann man sich einfach am Stau vorbeischlängeln. Ich laufe den Rest der Strecke damit ich nicht noch länger im Auto sitzen muss ohne wirklich voranzukommen. Also ab zu meiner neuen Unterkunft, in der schon mein Gepäck und Jasmin auf mich warten.
„Es ist viel schöner hier“, sagt Jasmin als ich das Tor zur Unterkunft öffne und den Innenhof betrete. „Welcome!“, sagt ein freundlicher Mann mit Sarong und führt mich zu meinem Zimmer.
Na zum Glück wurden die Bewertungen bei dieser Unterkunft tatsächlich nicht gefälscht. Bei meiner alten bin ich mir nämlich nicht sicher, in welch geistiger Umnachtung all die positiven Bewertungen geschrieben worden.
Ich springe erstmal unter die Dusche und befreie mich von all dem Dreck. Mit frisch geföhnten Haaren setze ich mich danach auf die mit einem Lederbezug überzogene Bank vor meinem Zimmer. „Ich denke, dass ich heute noch zum Kitansingen gehe“, sage ich zu Jasmin. Ganz in der Nähe ist eine Unterkunft namens Yoga Barn, die neben Yoga auch Ecstatic Dance, Sound Healing und Kirtan anbietet.
In der Dunkelheit mache ich mich gegen 18:45 Uhr auf den Weg. Von weitem erblicke ich ein Mädchen mit dunklen Haaren, das ich nach einigen Metern eingeholt habe. „Hey! Du siehst aus, als ob du auch zu Yoga Barn möchtest?“‘ spreche ich sie an. „Ja, woher weißt du das?“, erwidert sie.
„Ich bin übrigens Julia“, sage ich. „Maria aus Brasilien“, antwortet sie.
Das ist übrigens genau das, was ich am Reisen so sehr liebe. Ich lerne immer wieder spontan neue Leute kennen und jeder, der auch allein unterwegs ist, ist extrem offen, sich ebenfalls anderen Reisenden anzuschließen. Ich wünschte, es wäre in Deutschland so selbstverständlich und einfach, neue Kontakte zu knüpfen.
Wir plaudern eine Weile. Maria ist selbst Yogalehrerin aus Brasilien und bietet digitale Kurse an, so dass sie wie ich einfach mit ihrem Laptop von überall aus arbeiten kann. Mit dem Unterschied, dass ich das eigentlich viel zu selten nutze und mir hier wieder einmal bewusst wird, dass ich das viel öfter tun sollte. „Ich denke, wir sind noch rechtzeitig da“, sagt Maria, die schon einige Male bei Yoga Barn war.
Das Yoga Center ist wirklich wunderschön und wir nehmen in einem Raum mit einer riesengroßen Glasscheibe auf blauen Meditationskissen platz. Hinter uns sitzt Jana aus Polen, die wir beim Kauf unseres Tickets ebenfalls spontan kennengelernt haben. Maria und ich sitzen in der ersten Reihe vor einem Mann in weißer Kleidung, vor dem unterschiedliche Instrumente aufgebaut sind.
Wir verbringen den Abend damit, in einer Gruppe aus etwa 50 Personen Lieder zu singen und nach etwa 1,5 Stunden laufe ich ganz erfüllt zu meiner neuen Unterkunft zurück.
Was für ein abenteuerlicher, abwechslungsreicher Tag!
——
Am nächsten Tag bleibe ich tatsächlich mal etwas länger liegen da ich irgendwie erst um 3:00 Uhr schlafen konnte und die ganzen Ereignisse des Vortages erstmal verarbeiten musste. Jasmin und ich verbringen den Tag ganz gemütlich in einem Café, arbeiten ein bisschen und beschließen dann, ein wenig shoppen zu gehen. „Ich dachte wir würden heute beim Shoppen richtig eskalieren“, sage ich zu Jasmin als wir unseren Trip fast beendet und beide nichts außer ein paar Räucherstäbchen gekauft haben.
Dann betreten wir einen kleinen, unscheinbaren Shop, vor dem eine Puppe mit einem interessanten Wickeljumpsuit aufgebaut ist.
Ende vom Lied: Jasmin und ich haben mehr als 2 Stunden in diesem Shop verbracht und ich hätte problemlos drei Wochen mit den Kleidungsstücken reisen können, die ich mir dort gekauft habe. Wir haben uns durch den ganzen Laden probiert und uns am Ende völlig k.o. zusammen mit der süßen Shopbesitzerin mit einem Taschenrechner auf den Fußboden gesetzt, um unsere neuen Outfits zu kalkulieren.
„Ich mach euch einen guten Preis“, sagte die Besitzerin, über die wir zwischendurch echt schmunzeln mussten da sie überhaupt nicht aufdringlich war, sondern sich während unseres gesamten Stöberns lustige TikTok Videos reingezogen und dabei immer wieder laut gelacht hat. Zwischendurch hat sie auch kurz mit ihrem Mann telefoniert und ich frage mich, ob sie ihm erzählt hat, dass sie später nach Hause kommt, weil zwei durchgedrehte Deutsche ihren Laden leerkaufen.
Eigentlich ist es wie auf bisher jeder Reise, dass ich wieder einmal realisiere, viel zu viel Kleidung mitgenommen zu haben, obwohl es dieses Mal abzüglich der ganzen Beauty-Produkte wahrscheinlich nicht einmal acht Kilo Gepäck war.
Notiz an mich für die nächste Reise: ein Drittel der Kleidung hätte gereicht, aber die praktischen Neoprenschuhe solltest du unbedingt wieder einpacken!
——
Wir lassen den Abend in einem kleinen Restaurant ausklingen und ich bin schon in voller Vorfreude auf den nächsten Tag, denn ich habe mir eine „Rebirthing“- Massage bei Ketut gebucht, den ich aus verschiedenen Instagram-Stories und auch Erzählungen einiger Freunde aus Hamburg kenne. Was genau das für eine Massage eigentlich ist, weiß ich gar nicht so genau, aber einige berichten bei Google, dass sie sehr schmerzhaft und gleichzeitig lebensverändernd sein soll. Es gibt natürlich auch zwei von mehr als 100 Bewertungen, die statt fünf nur einen Stern vergeben haben und von einem traumatisierendem Ereignis sprechen. Ich bin aber zuversichtlich, dass es für mich magisch sein wird und freue mich schon auf den nächsten Tag.





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