"Also hier steht 2350 Rupien", behaupte ich und halte dem Empfangsmitarbeiter meine Booking-Bestätigung unter die Nase nachdem er mir eine Preiskarte gezeigt hat. "3500 last price". Er schüttelt den Kopf. "Na gut, dann geh' ich wieder", antworte ich und verhalte mich als wäre ich felsenfest davon überzeugt, dass ich gerade beim richtigen Hotel angekommen bin.
Geht doch.
5 Minuten später hat jemand meine Sachen aufs Zimmer getragen, mir das Wlan-Passwort verraten und mir eine Flasche Wasser in die Hand gedrückt. Wusste ich es doch, dass das mit dem Verhandeln im Ausland neben Überall-Schlafen-Können meine kleine Superpower ist.
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Willkommen im Hotel d'Amore. Und willkommen zu Julia's Hotelquiz. Frage Nummer 1: Warum kann man durch eine Scheibe vom Bett in die Badewanne schauen? A: Weil darin 2 Plastikeimer liegen, mit denen man sich beim Baden ganz erotisch Wasser über den Kopf gießen kann während man sich einen Scheidenpilz einfängt B: Weil es kein Klopapier gibt und die Verwendung der Arschdusche einen Anblick wert ist. C: Weil die Scheibe eh so dreckig ist, dass man keinen Vorhang braucht. Oder D: Weil Es einfach zu schade wäre, wenn man den zerbrochenen Klositz nur begutachten könnte, wenn man im Badezimmer ist.
Egal, für welche Antwort ihr euch entschieden habt, ihr habt Recht. Tatatatadaa. Als Hauptgewinn spendiere ich euch eine romantische Nacht in diesem Hotel der Liebe und lade euch ein, mit mir durch den versifften Pool zu schwimmen, in den gerade eine Taube gekackt hat!
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"Dingdongdingdongdingdong", klingelt es an der Tür als ich gerade aus der Dusche hüpfe. Ich schlage mein Handtuch um meinen Körper, schiebe das Schloss zur Seite und öffne die Tür. 2 große braune Augen schauen mich an. "You want food?", frag mich die Frau in pinkem Gewand und zeigt mir pantomimisch, wie die Inder essen. "Ja,ok", sage ich. "15 Minutes."
Dingdongdingdongdingdong
"You want TV?", stolpert ein Mann in mein Zimmer. "Nein, danke. Ich habe jetzt keine Lust, mir indische Serien über unabgeschlossene Bauprojekte reinzuziehen." Ich schließe die Tür und kämme meine Haare.
Dingdongdingdongdingdong
1 Frau und 3 Männern latschen in mein Zimmer, um mir höchstpersönlich einen Serviettenspender zu überreichen.
Dingdongdingdongdingdong
Und hier ist die Speisekarte, Juia.
What the fuck. Könnt ihr mich bitte 10 Sekunden einfach in Ruhe lassen???!
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Nach weiteren 4 Besuchen bin ich mir sicher, dass ich der einzige Gast in diesem Hotel bin. Und wahrscheinlich auch der erste Gast, den sie jemals hatten. Wahrscheinlich sitzen sie gerade irgendwo mit ihren 32 Mitarbeitern und feiern eine Party, dass endlich so ein deutscher Trottel auf die Idee gekommen ist, hier freiwillig mal eine Nacht zu bleiben.
Während ich am Pool esse (nicht im Pool), schwingt einer der Mitarbeiter ganz aufgeregt den Kescher durch den Pool. Ganz ehrlich. Lass das, Junge. Bestell lieber die Kanalreinigung und lass das Wasser abpumpen. Mhhh. Vielleicht fängt er auch gerade einfach nur neue Fische für das Glas am Empfang.
2 Frauen schrubben demonstrativ Gartenstühle mit Taubenkacke und mittendrin ich. An einem Tisch vor 2 Monsterventilatoren, die 3 weitere Mitarbeiter gerade extra aufgebaut haben. Mit meiner ersten Mahlzeit des Tages. Um 16:14 Uhr.
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Außer mich als einziger Gast von 12 Mitarbeitern umsorgen und feiern zu lassen, mache ich den Rest des Tages nicht mehr viel. Ich laufe noch einmal zurück zum Kiosk, hole mir Kekse und sitze draußen. Ich lege mich in die eierförmige Schaukel vor dem Pool, schließe meine Augen und denke nach.
Morgen geht es los.
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