Donnerstag, 18. Dezember 2014

Tauchgang Nummer 2



2. Tauchgang: PBC. Perfect Buoncy Control. Oder auch: Wie man sich beim Tauchen perfekt fortbewegt ohne sich den Kopf zu stoßen, in die Korallen zu fallen oder gegen andere Taucher zu schwimmen. 

Also genau das Richtige für mich.

„Wir nehmen ein Quadrat mit ins Wasser und ich mache Kunststückchen. Du machst einfach alles nach“, erklärt Sam. 

Juhu. Das klingt nach Spaß. Natürlich nur, solange ich das Quadrat nicht schwimmen oder wiederfinden muss.

2 Meter

5 Meter

7 Meter 

9 Meter

15 Meter

16 Meter

Sand

Sam stellt das hellblaue Quadrat, das aus etwa 5cm dicken Rohren besteht und von einem Gurt mit Blei nach unten gezogen wird, in den Sand.

Der Tauchzirkus ist eröffnet.

Sie nimmt meine Tafel und den Stift und schreibt: „Mach mir bitte einfach alles nach, ok?“ 

Ich nicke. 

Beobachten Sie jetzt, wie die bekloppte Deutsche durch das Quadrat schwimmt.

Zirkusmusik in meinem Kopf. 

Ich muss lachen. 

Sam schwimmt los. Durch das Quadrat, um das Quadrat herum, über das Quadrat. Auf dem Bauch, auf dem Rücken und seitlich hindurch.

Ich mache alles nach und Sam klatscht begeistert in die Hände, wenn ich die Übung geschafft habe.

Dann erhöht sie den Schwierigkeitsgrad.

Sie schwimmt über das Quadrat, taucht kopfüber hindurch und macht einen weiteren Salto. Taucht um das Quadrat herum und dreht sich im Kreis.Schwimmt auf dem Rücken durch das Quadrat, macht einen Salto um das Quadrat herum und beendet die Übung mit einem Rückwärtssalto.

Ich folge ihr.

Je mehr Saltos ich mache, desto verwirrter bin ich.

Und plötzlich ist das blöde Quadrat weg.

Ich schwimme einige Meter in der Gegend herum und drehe mich im Kreis.

Konzentration, Julia. Das Quadrat wird schon irgendwo hier sein.
 
Ich schaue Sam verwirrt an.

Wo zum Teufel ist das blaue Quadrat geblieben? Es kann doch nicht weg sein.

Sam lässt mich noch einige Meter weiterschwimmen bis ich realisiere, dass sich das Quadrat an meiner Flasche verankert hat und ich gerade im Quadrat feststecke und es mit mir herumtrage.

Dann schaut sie mich an und ich sehe, dass sie lacht. Ich lache ebenfalls. Sie zwinkert mir zu, löst das Quadrat von meiner Flasche und stellt es zurück in den Sand. Dann macht sie das Zeichen für „Wiederholung“ und ich tauche so lange durch das blaue Quadrat, bis ich jeden Salto geschafft habe und dabei so viel Luft verbraucht habe, dass wir zurück an diwe Oberfläche statt wie geplant zum zweiten Riff tauchen müssen.

Ich weiß jetzt, wie ich unter Wasser auf dem Kopf stehen und unter einen Stein schauen kann, ohne umzufallen.

Zumindest in der Theorie...

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