Montag, 29. Dezember 2014

Die letzten Tage

Nach einem verrückten Abend in der Kao San Road und ‚Cowboy Road, weiteren tausend Begegnungen mit Ladyboys, sinnlosen Verhandlungen auf Nachtmärkten mit angeblich taubstummen Thailändern, die am Ende doch geheilt sind und „Danke“ sagen können, ist es wieder Zeit, meinen eigenen Weg zu gehen und mich von Bart zu verabschieden.

Danke für die coole Zeit, bekloppter Holländer!

Als ich Bart vor unserem Hostel in den Arm nehme, ist mir fast ein bisschen nach Heulen zumute. Es ist verrückt, wie sehr man sich in so kurzer Zeit an jemanden gewöhnen kann, den man ja eigentlich noch gar nicht wirklich kennt.

Außerdem endet jetzt gerade nicht nur ein ziemlich unvergesslicher Reiseabschnitt, sondern mir wird auch bewusst, dass bald Weihnachten ist und ich keine Ahnung habe, mit wem ich am 24. unter dem Tannenbaum sitze, den es hier nicht gibt. Ich beschließe, noch einmal den Ort zu wechseln und buche spontan einen Flieger nach Chiang Mai nördlich von Bangkok.

---------------------------------

Weihnachten ist dann tatsächlich so beschissen wie erwartet. Nachdem mich die Hostelbesitzerin in ein Zimmer mit einem Bettnässer gesteckt hat, stehe ich heulend an der Rezeption und frage nach einem anderen freien Bett. Die anderen Backpacker feiern erst am 25., weil sie überwiegend aus England kommen und ich ärgere mich, dass ich mich jetzt nicht einfach nach Hause beamen kann.

Nicht jammern, Julia…du wolltest es so.

----------------------------

In den nächsten Tagen sieht die Welt schon wieder anders aus. Ich treffe Brandon aus Texas, düse mit ihm auf dem Roller durch Chiang Mai, muss 2,50€ für das Nichttragen eines Helms zahlen und bekomme als Dankeschön für ein Selfie mit dem zuständigen Polizisten einen Gratis-Helm. Fahre zu Tempeln, spiele im „Tiger Kingdom“ mit Babytigern und verbringe einige Stunden in „Noina’s Art Studio“, um mein erstes Ölgemälde zu malen. Und ich gönne mir zum Abschluss meiner Reise eine letzte Thai-Massage während sich Brandon im Nebenraum von einem schwulen Masseur mit Öl einschmieren lässt und wir „Quit Playing Games“ und „I will always love you“ hören.

Das beschissene nichtgefeierte Weihnachtsfest ist inzwischen schon wieder weggelacht.

Trotzdem ist es jetzt Zeit, wieder nach Deutschland zu fliegen um dort in das neue Jahr zu starten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen